Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen

Weite Wege geht man nicht allein

Angebote

Straffällig gewordene Frauen haben viele Fragen und Anliegen.

    • Was kann ich tun, wenn ich einen Strafbefehl erhalte?
    • Was passiert, wenn ich in Haft komme und wie kann ich mich vorbereiten?

Diese Fragen stehen am Anfang vor der Haft. Wir können diese Fragen beantworten und geben Hilfestellung in Vorbereitung auf die Haft. Auch die Angehörigen haben Fragen:

    • Wie kann ich meine Tochter, meine Partnerin oder meine Mutter unterstützen, solange sie in Haft ist?

Wir unterstützen die Angehörigen dabei, ihren Weg zu finden. Als externe Ansprechpartnerin können wir Frauen in Haft besuchen.Vor der Entlassung ist die Unsicherheit groß.

    • Wo werde ich wohnen?
    • Von was soll ich leben?
    • Kann ich wieder mit meinen Kindern leben?
    • Habe ich noch eine Chance, eine Arbeit zu finden?

Gemeinsam finden wir Antworten auf die vielfältigen Fragen und entwickeln eine Perspektive nach der Haft.
Am Tag der Entlassung stehen wir für die Frauen an der Gefängnispforte und begleiten sie zu den notwendigen Behördengängen. Das erste Jahr nach der Haft kann mit vielen Schwierigkeiten verbunden sein.

    • Wie reagieren Arbeitgeber, Nachbarn, Freunde, wenn sie von meiner Straffälligkeit erfahren?
    • Was kann ich tun, wenn mir alles wieder über den Kopf wächst?
    • Was kann ich tun, wenn ich erneut in finanzielle Schwierigkeiten geraten bin?

Wir bleiben mit den Frauen in Verbindung vor, während und nach der Haft und können bei einem Neuanfang unterstützen.

Unterstützung bei der Existenzsicherung und Begleitung bei Behördengängen

Unser Team begleitet Frauen, die im Umgang mit Ämtern und Behörden Hilfe brauchen – z.B. beim Beantragen von Sozialleistungen, beim Wiederbeschaffen von verloren gegangenen Unterlagen (Personalausweis, Zeugnisse,..) oder bei Gerichtsverhandlungen und Anhörungen.

Psychosoziale Beratung​

Straffälligkeit geht oft einher mit Krisen, Ängsten, Depressionen, Situationen der Überlastung und Überforderung. Inhaftierung und Entlassung sind einschneidende Erlebnisse und beeinträchtigen die Handlungsfähigkeit und Lebenssituation. Wir unterstützen mit konkreten Beratungsangeboten und besuchen Frauen auch regelmäßig in Haft.

Übergang von Haft in die Freiheit

„Das Schlimmste am Gefängnis ist die Entlassung“, ist eine geläufige Aussage von Menschen in Haft. Wir unterstützen Frauen im Übergang von Haft in Freiheit. Am Tag der Entlassung stehen wir vor dem Tor und begleiten sie.

Unterstützung für Mütter und ihre Kinder

Unser spezielles Anliegen ist es, Mütter und Kindern zu helfen, dass ihre Beziehung trotz Straffälligkeit bestehen bleiben kann. Bei Inhaftierung vermitteln wir den Kontakt zu dem Mutter-Kind-Heim, bei der Entlassung können wir eine Übergangswohnung für Mütter mit Kind anbieten.

Betreute Wohnmöglichkeit

Nach der Haft ist es sehr schwierig, eine eigene Wohnung zu finden. Daher vermieten wir an haftentlassene Frauen vier Wohnplätze befristet als Übergangswohnung und unterstützen beim Aufbau einer neuen Existenz. Zudem steht Hafturlauberinnen ein möbliertes Zimmer zur Verfügung.

Hilfreiche Netzwerke und Informationen

Wir verfügen über Netzwerke in Frankfurt und Rhein-Main-Gebiet und helfen bei vielen Fragestellungen Antworten zu finden. Bei Rechts- und Schuldenfragen können wir auch an Anwält*innen und Schuldenberater*innen vermitteln.

Nur für Frauen

Die Beratungsstelle gibt es seit 1977. Sie ist speziell für Frauen und als Anlaufstelle einmalig in Hessen. Die Unterstützung geschieht immer vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen, frauenspezifischen Problemsicht. Auf Wunsch arbeiten wir mit den Angehörigen zusammen.

Wie wir organisiert sind

Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen und Mütter in Frankfurt und Hessen

Das Projekt „straffällig gewordene Frauen in Frankfurt“ richtet sich an Frauen, die straffällig geworden sind und sich vor, während oder nach der Haft an die Anlaufstelle wenden mit dem Ziel, unterstützt und begleitet zu werden, um ein selbständiges Leben zu führen. Das Projekt wird von der Stadt Frankfurt, Jugend- und Sozialamt, gefördert.

Die Anlaufstelle arbeitet auf der Basis der Freiwilligkeit. Sie bietet Hilfestellungen bei der existentiellen Sicherung und eine durchgehende Beratung und Begleitung an.

Das Projekt „straffällig gewordene Mütter mit Kind“ richtet sich an alle straffällig gewordene Mütter in Hessen, die von Haft bedroht sind, sich in Haft in Frankfurt/Preungesheim befinden oder entlassen werden, mit dem Ziel, die Beziehung zwischen Mutter und Kind zu stärken und die Bedürfnisse des minderjährigen Kindes zu unterstützen. Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert.

Am Entlassungstag werden die Frauen von uns an der Außenpforte der JVA abgeholt. An diesem Tag und in den folgenden werden sie zu verschiedenen Ämtern begleitet. Jeder Schritt wird besprochen, mit dem Ziel, die nächsten Hürden vielleicht schon selbständig erledigen zu können.

Wir übernehmen während und nach der Haft keine Kontrollfunktion. Eine weitere Zusammenarbeit nach der Haft ist nur möglich auf der Grundlage einer vertrauensvollen Beziehung.

Übergangsmanagement

Das Übergangsmanagement in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt III ist ein Projekt des Hessischen Justizministeriums, welches von der AWO – Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen durchgeführt wird. Es wird vom Europäischen Sozialfonds und dem Hessischen Ministerium der Justiz bezuschusst. Die sogenannten Teilnehmer*innen des Übergangsmanagements werden vom Sozialdienst der JVA ausgewählt und in der Regel ein halbes Jahr vor der Haftentlassung dem Übergangsmanagement zugewiesen. Kriterien für die Zuweisung sind neben der Haftentlassung zum Endstrafenzeitpunkt, das Vorliegen eines besonderen Hilfebedarfs, d.h. kein fester Wohnsitz, keine Unterstützung durch die Familie, langjährige Suchtproblematik, psychische Auffälligkeiten etc.

Übergangswohnungen

Der Anlaufstelle stehen 4 Übergangswohnungen für 5 Frauen und ihren Kindern zur Verfügung. Die Übergangswohnungen werden an die Frauen für eine Befristung von 6 Monaten, die bei Bedarf um weitere 6 Monate verlängert werden kann, vermietet. Der Mietvertrag ist gekoppelt an eine Betreuung.

Aktuelles

  • Projekte
  • Workshops

Als unabhängige Ansprechpartnerinnen werden wir von der Stadt Frankfurt, Jugend- und Sozialamt, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration sowie des Hessischen Ministeriums der Justiz unterstützt und gefördert.